Mieter/innen-Schutzverein Münster und Umgebung e.V.

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Aktuelles

Bessere Überprüfung des Heizkostenverbrauchs durch den Mieter

Seit Januar 2022 müssen Hauseigentümer ihren Mietern jeden Monat die Informationen über deren Heizenergieverbrauch zukommen lassen, soweit an den Heizkörpern schon fernablesbare Messgeräte angebracht sind (§ 6a Abs.1 S.2 HeizkostenV). Bis 2026 müssen auch die alten analogen Messeinrichtungen durch digitale ersetzt werden.

Die neue Informationspflicht der Vermieter zum Heizverhalten soll den Mietern dabei helfen, besser nachvollziehen zu können, wie sie heizen.

Mit Hilfe der monatlichen Informationen können Mieter direkter und schneller auf ihren Verbrauch reagieren, als bisher durch die jährliche Abrechnung.

Die Mitteilung kann per Mail oder in Papierform, aber auch über Webportale und Apps versendet werden. Dabei müssen aber immer die Mindestangaben enthalten sein:

  • Der Verbrauch im letzten Monat in Kilowattstunden
  • Ein Vergleich mit dem Verbrauch des Vormonats + dem entsprechenden Monat des Vorjahres
  • Ein Vergleich mit dem Durchschnittsverbrauch in der Liegenschaft oder einer Nutzergruppe

Neu in den jährlichen Abrechnungen:

Hinweise zum genutzten Brennstoffmix und die Erläuterung von Steuern und Abgaben sowie ein Vergleich des gegenwärtigen Energieverbrauchs des Mieters mit dem jeweiligen Verbrauch des Vorjahres sind nun verpflichtend.

Wenn der Vermieter die fernablesbaren Geräte nicht fristgerecht installiert oder die Verbrauchsinformationen nicht mitteilt, können Mieter den auf sie entfallenden Kostenanteil um 3% kürzen. Das Auskunftsrecht besteht allerdings nicht, wenn

  • Der Vermieter selbst eine Wohnung in dem vermieteten Zweifamilienhaus bewohnt oder
  • Die Einheiten durch eine Gasetagenheizung versorgt werden

Nachteile:

Die durch die Erfassung der Verbrauchsdaten und den Infoservice entstehenden Kosten, lassen sich später wahrscheinlich in den Betriebskostenabrechnungen wiederfinden.

 

 

Erhöhtes Wohngeld + einmaliger Heizkostenzuschuss

Seit dem 1. Januar 2022 erhalten Wohngeldhaushalte in Nordrhein-Westfalen im Schnitt rund 13 Euro mehr pro Monat. Das Wohngeld wir nun alle zwei Jahre an die aktuelle Einkommens-und Mietsituation angepasst. Grundlage dafür ist die Wohngeldreform aus 2020. Es sollen voraussichtlich rund 390 Millionen Euro Wohngeld an nordrhein-westfälische Haushalte ausgezahlt werden. Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach Haushaltsgröße, Einkommen und Miete bzw. Belastung.

Auch die Zahl der Zahl der bezugsberechtigten Haushalte ist gestiegen - so bezogen Ende 2020 bereits 23,9 Prozent mehr nordrhein-westfälische Haushalte Wohngeld als es zum Jahresende 2019 der Fall war.

Wer noch keinen Anspruch auf Wohngeld hat oder wessen Anspruch zwischenzeitlich wegfiel, sollte schnell prüfen, ob ihm nicht jetzt Wohngeld zusteht. Dafür muss ein Antrag gestellt werden. Mieter/innen, die bereits Wohngeld erhalten und eine Bewilligung über das Jahr 2021 hinaus erhalten haben, bekommen automatisch die Wohngelderhöhung und den geplanten Heizkostenzuschlag. Hierfür ist kein Antrag erforderlich.

Einmaliger Heizkostenzuschuss

Wegen der stark steigenden Preise für Strom und Gas hat die Bundesreguierung im Sommer einen pauschalen Zuschuss zu den Heizkosten beschlossen:

  • Ein-Personen-Haushalte: 270 Euro
  • Zwei-Personen-Haushalte: 350 Euro
  • für jede weitere Person im Wohngeldhaushalt: 70 Euro

Voraussetzung für den Zuschuss ist der Bezug von Wohngeld in der Zeit von Oktober 2021 bis März 2022 für mindestens einen Monat. Die Höhe des Zuschlags richtet sich nach der Anzahl der Personen im Haushalt.

Wer den Heizkostenzuschlag von mindestens 270 Euro also mitnehmen möchte, muss bis spätestens zum 31.03.2022 - besser noch im Februar 2022 - einen Antrag auf Wohngeld gestellt haben.

Zusätzlich erhalten:

  • Studierende/Auszubildende mit BAföG/ Ausbildungsgeld bzw. Aufstiegsgeförderte: 230 Euro

 

Prüfen Sie hier, ob Sie einen Anspruch auf Wohngeld haben: Wohngeldrechner NRW